Wenn die Angst ihren Griff verstärkt, folgt der Körper oft — die Schultern ziehen sich bis zu den Ohren hoch, der Atem wird flach, und der Geist kreist immer wieder um denselben besorgten Gedanken, bis er zermürbt. Eine sanfte Yoga-Praxis kann diesen Kreislauf unterbrechen, ohne etwas von dir zu verlangen. Du brauchst weder Beweglichkeit noch Erfahrung oder auch nur ein ruhiges Haus. Du brauchst nur ein paar Minuten, eine weiche Unterlage und die Bereitschaft, deinen Atem den Weg weisen zu lassen. Die folgende Abfolge ist darauf ausgelegt, erdend, langsam und freundlich zu sein — ein kleiner Zufluchtsort, zu dem du zurückkehren kannst, wann immer der Tag zu viel wird.
Beginne in einer bequemen Sitzposition, entweder auf einer gefalteten Decke oder auf einem Stuhl mit den Füßen fest auf dem Boden. Schließe die Augen, wenn es sich gut anfühlt, oder lasse den Blick sanft zum Boden sinken. Atme lange durch die Nase ein und zähle dabei bis vier, dann lass die Ausatmung etwas länger werden, vielleicht bis sechs. Dieses einfache Verhältnis signalisiert deinem Nervensystem Sicherheit und beginnt, den Herzschlag zu verlangsamen. Bleibe hier für eine Minute oder zwei und lass jeden Atemzug ein wenig leichter werden als den vorherigen.
Rolle von deinem Sitz aus sanft die Schultern zu den Ohren hoch und lass sie dann nach hinten und unten sinken. Wiederhole dies drei- oder viermal in deinem eigenen Tempo und achte auf den Unterschied zwischen Anstrengung und Loslassen. Schulterkreisen sind überraschend kraftvoll, wenn du Spannung mit dir herumträgst — sie erinnern den Körper daran, dass er loslassen darf. Wenn es sich gut anfühlt, füge ein sanftes Neigen des Kopfes von Seite zu Seite hinzu und dehne die Seiten des Nackens, wo sich so viel Stress sammelt.
Wenn du dich bereit fühlst, gehe auf Hände und Knie für einen kurzen Katze-Kuh-Fluss. Beim Einatmen lass den Bauch weich werden und hebe das Herz sowie den Blick nach vorn. Beim Ausatmen runde die Wirbelsäule und ziehe das Kinn zur Brust. Bewege dich langsam und ohne Urteil und lass den Atem das Tempo bestimmen. Schon drei oder vier Runden können stagnierende Energie verschieben und frische Wahrnehmung in den Körper bringen.
Zum Schluss begib dich für eine unterstützte Kindhaltung auf den Boden, entweder mit weit geöffneten Knien und sich berührenden großen Zehen oder mit zusammengeführten Knien für eine erholsamere Form. Lege die Stirn auf eine gestapelte Faust, einen Block oder direkt auf die Matte. Lass die Arme schwer werden, wo immer es sich am natürlichsten anfühlt. Bleibe so lange hier, wie du möchtest, atme in den Rücken der Rippen hinein und spüre, wie das Gewicht des Körpers vollständig von der Erde unter dir getragen wird. Das ist die Form des Loslassens, und sie ist genug.
Wenn Angst in deinem Leben ein häufiger Gast ist, musst du nicht allein mit ihr umgehen. Unser Studio bietet einen wöchentlichen Gentle Flow-Kurs an, der speziell für die Pflege des Nervensystems konzipiert ist, sowie Einzelsitzungen, in denen wir eine Praxis auf deine individuellen Bedürfnisse zuschneiden können. Melde dich noch heute, um deinen Platz zu reservieren oder Fragen zu stellen — es wäre uns eine Ehre, dich auf diesem Weg zu begleiten.
